Was ist eigentlich eine Insektengift-
allergie?
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Viele Menschen haben Angst
vor einem Insektenstich, weil es meist ein
schmerzliches Erlebnis ist. Für manche aber, die
allergisch auf Insektengifte reagieren, kann ein
Stich zu einem sehr ernsten, gesundheitlichen Problem
werden. Daher muß eine Insektengiftallergie
unbedingt behandelt werden. Nachfolgend erhalten Sie
alle wichtigen Informationen über die modernen
Behandlungsmöglichkeiten.
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| Eine
übersteigerte Reaktion auf einen Insektenstich
deutet auf eine Allergie hin |
Stechende Insekten geben ihr Gift durch den
Stichkanal in die Haut ab. Danach kommt es bei
nichtallergischen Personen zu einer brennenden
Rötung und Schwellung im Einstichbereich. Dies ist
die normale Reaktion auf das Gift. Bei Personen mit
einer Bienen- oder Wespengiftallergie kommt es zu
zusätzlichen Reaktionen. Diese können sein:
nesselsuchtartiger Hautausschlag, Schwellungen im
Gesicht und am Hals, Atemnot, Kreislaufkollaps. Diese
gefährlichen Reaktionen treten meist innerhalb von
Sekunden oder Minuten nach einem Stich auf!
Allgemein versteht man unter einer
Insektengiftallergie eine Überempfindlichkeit des
Immunsystems auf Insektengifte. Das Immunsystem des
Allergikers produziert - angeregt durch das
eingedrungene Gift - eine große Menge einer
bestimmten Substanz (Immunglobulin E), die zur
allergischen Reaktion führt. Bei einer großen
Anzahl von Stichen oder einem Stich im Bereich der
oberen Atemwege kann es durch Anschwellungen
ebenfalls zu schweren Krankheitsbildern kommen. Diese
sind allerdings von der "echten" Allergie
zu unterscheiden.


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Warum ist eine Behandlung notwendig?
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Eine Insektengiftallergie
kann lebensbedrohlich sein! Sie können das Risiko,
gestochen zu werden, nie vollständig ausschließen.
Nur die spezifische Immuntherapie (früher:
Hyposensibilisierung) bietet einen optimalen Schutz,
weil Insektenstiche dann nicht mehr zu den
gefährlichen Reaktionen führen.

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| Was weiß man eigentlich über
Insektengiftallergien?
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Insektengiftallergien treten
nicht erst in neuerer Zeit auf: Schon der ägyptische
Pharao Menes (2640 v. Chr.) soll Wespengiftallergiker
gewesen sein. So deuten zumindest Historiker die
Hyroglypheninschrift am Grab des Pharaos.
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Die häufigsten Insektengiftallergien sind die gegen
Bienen- und Wespengift |
Heutzutage leiden in Deutschland ca. 1,5 Millionen
Menschen an einer Insektengiftallergie, Männer sind
häufiger betroffen als Frauen.
In unseren Breiten sind die Honigbiene und die ihr
verwandte Hummel sowie Arten der Familie der
Faltenwespen von Bedeutung, zu denen neben der Wespe
auch die Hornisse gehört. Durch Hummel und Hornisse
werden allerdings nur selten Reaktionen ausgelöst.
Die Wespe ist ca. 1,5 cm lang und hat eine auffällig
schwarz-gelbe Bänderung. Sie weist eine ausgeprägte
"Wespentaille" auf und ist nicht behaart.
Sie kommt gehäuft in den Monaten der Obstreife, Juli
bis September, vor. Der Stachel bleibt nach dem Stich
meist nicht stecken. Dies ist allerdings kein
sicheres Kriterium, um Wespenstiche von Bienenstichen
zu unterscheiden.
Die Biene ist ca. 1,5 cm lang und behaart. Der
Hinterleib ist bräunlich und weist eine wenig
auffällige Bänderung auf. Die Biene trägt
Pollenkissen an den Hinterbeinen und fliegt
hauptsächlich in den Monaten Mai bis August. Nach
dem Stich bleibt der Stachel meist stecken. Die Biene
ist weniger aggressiv als die Wespe.
Die Hummel ist ca. 2 cm lang und stärker behaart als
die Biene. Sie ist wenig aggressiv und sticht selten.
Die Hornisse ist wie die Wespe schwarz-gelb
gebändert, aber mit 3 cm wesentlich größer als die
Wespe.

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Was ist zu tun, wenn Verdacht auf eine
Insektengiftallergie besteht?
Verschiedene
Tests sind notwendig, um die Ursache Ihrer
verstärkten Reaktion herauszufinden |
Wenn bei Ihnen nach einem
Insektenstich eine gesteigerte Reaktion auftritt,
sollten Sie zur Behandlung sofort einen Arzt
aufsuchen. Um herauszufinden, welches Insekt
tatsächlich die Beschwerden ausgelöst hat, sind
einige Blut- und Hauttests notwendig. Diese werden
meist in allergologischen Abteilungen von Kliniken,
aber auch von erfahrenen Allergologen durchgeführt.
Ihr Arzt wird Ihnen auch einige Fragen stellen, z.B.
ob der Stachel steckengeblieben ist, zu welcher
Jahreszeit der Stich erfolgte oder ob Sie in der
Nähe von Blüten oder Abfallkörben gestochen
wurden. Er wird Sie noch fragen, wieviel Zeit
zwischen dem Stich und der Reaktion lag, welche
Beschwerden sich entwickelten und ob Sie diese schon
häufiger hatten.

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| Die Behandlung von
Insektengiftallergien
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Die spezifische Immuntherapie
ist die einzig kausale, d.h. ursachenbekämpfende
Therapie. Sie ist spezifisch, weil nur die
auslösenden Allergene verabreicht werden. Sie wird
von Medizinern als lmmuntherapie bezeichnet, weil sie
die überschießende Antwort des lmmunsystems auf das
Gift vermindert.
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| Der
stationären Grundbehandlung folgt die ambulante
Erhaltungsbehandlung |
Die Behandlung einer Insektengiftallergie wird im
allgemeinen stationär in einer Klinik begonnen. Ihr
behandelnder Arzt verabreicht Ihnen mehrmals täglich
eine Injektion des entsprechenden Insektengiftes.
Die
Dosis ist am Anfang gering und wird behutsam, aber
kontinuierlich gesteigert. Meist ist diese
Grundbehandlung nach 5-10 Tagen abgeschlossen, so
daß Sie entlassen werden können. Ist die Aufnahme
in eine Klinik nicht möglich oder unerwünscht, kann die
Grundbehandlung auch ambulant mit einer Injektion pro
Woche durchgeführt werden. An die Grundbehandlung
schließt sich die Erhaltungsphase an, die in jedem
Fall ambulant durchgeführt wird. Der Zeitraum
zwischen den Injektionen wird behutsam von einer
Woche über zwei und drei auf vier Wochen ausgedehnt.

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Ab wann und wie lange wird die
spezifische Immuntherapie durchgeführt?
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Etwa ab dem 5. vollendeten
Lebensjahr kann die Behandlung aufgenommen werden.
Die Behandlungszeit beträgt mindestens 3, besser
noch 5 Jahre. Schon nach der Grundbehandlung ist ein
Schutz aufgebaut, der durch die Weiterbehandlung
gesichert wird.

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Hat die spezifische Immuntherapie auch unerwünschte
Wirkungen?
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Wie jede andere Behandlung
kann auch die spezifische Immuntherapie zu
unerwünschten Reaktionen führen. Der allergologisch
erfahrene Arzt kennt alle Maßnahmen und verfügt
über Mittel zur Behandlung von Nebenwirkungen. Er
bespricht mit Ihnen vor Beginn der Therapie, worauf
Sie besonders achten müssen.

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Wie können Sie die Therapie
sinnvoll unterstützen?
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Ihre Mitarbeit ist für die
Therapie besonders wichtig. Auf folgende Punkte
sollten Sie achten:
- Die Abstände
zwischen den einzelnen Injektionen müssen
genau eingehalten werden.
- Bemerken Sie
nach der Injektion irgend etwas
Ungewöhnliches (z.B. Jucken im Rachen, an
der Hand oder der Fußsohle, Niesreiz,
Husten, Atemnot, Hautjucken, Hitzegefühl,
Schwindel) wenden Sie sich bitte sofort an
Ihren Arzt.
- Nach jeder
ambulanten Injektion müssen Sie mindestens
30 Minuten in der Praxis bleiben, so daß Ihr
Arzt schnell und kompetent eingreifen kann.
- Wenn nach
Verlassen der Praxis ungewöhnliche Symptome
auftreten, sollten Sie ebenfalls sofort mit
dem behandelnden Arzt Kontakt aufnehmen.
- Vor jeder
erneuten Injektion informieren Sie bitte
Ihren Arzt darüber, wie Sie die letzte
Injektion vertragen haben, welche Medikamente
Sie zur Zeit einnehmen, ob Sie gegenwärtig
erkrankt sind und ob Sie zwischenzeitlich von
einem Insekt getochen wurden.
- Am Tag der
Injektion sollen körperliche Anstrengungen
jeder Art (insbesondere sportliche
Aktivitäten) sowie außergewöhnliche
Belastungen z.B. heißes Duschen,
Saunabesuche) unbedingt vermieden werden.
- Informieren Sie
Ihren Arzt über eine Schwangerschaft

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| Wie können Sie versuchen, sich vor
Insektenstichen zu schützen? |
Beachten Sie bitte folgende
Punkte:
- Verzehren
Sie im Freien keine Speisen oder
süße Getränke.
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Pflücken
Sie kein Obst oder Blumen.
-
Halten
Sie sich nicht im Bereich von
Abfallkörben oder Fallobst auf.
-
Verwenden
Sie keine Parfüms oder parfümierte
Kosmetika.
- Laufen
Sie nicht barfuß.
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Sorgen
Sie dafür, daß die Haut durch
Kleidung möglichst bedeckt ist und
Insekten nicht unter die Kleidung
gelangen können.
-
Schweiß
lockt Insekten an, vermeiden Sie also
körperliche Anstrengungen im Freien.
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Verwenden
Sie Insektennetze vor Ihren Fenstern.
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Vermeiden
Sie hastige Bewegungen in der Nähe
von Insekten.
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Wenn Sie trotz allem
gestochen wurden, entfernen Sie bitte sofort den
Stachel, indem Sie ihn mit dem Fingernagel
wegkratzen.
Ihr Arzt hat Ihnen
eine Notfallapotheke verschrieben. Sie kann u.a.
einen Autoinjektor enthalten, mit dem Sie sich
sicher, schnell und einfach selbst ein Medikament
(Adrenalin) injizieren können. Tragen Sie die
Notfallapotheke immer bei sich. Machen Sie sich vorab
mit der Anwendung vertraut und überprüfen Sie
regelmäßig die Haltbarkeit der Medikamente.
Suchen
Sie schnellstmöglich einen Arzt auf.

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Das Leben nach der Allergiebehandlung
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Von einer erfolgreichen
Behandlung ist immer dann zu sprechen, wenn Sie am
Ende der Therapie keine Beschwerden mehr haben oder
die Beschwerden deutlich gelindert werden konnten.
Dies bedeutet, daß Sie sich als Bienen- oder
Wespengiftallergiker ohne Angst vor Stichen im Sommer
im Freien aufhalten können.
Die spezifische Immuntherapie führt bei bis zu 95% der Bienen-
oder Wespengiftallergiker zum Erfolg.

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© HAL ALLERGIE GmbH
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