Home > Allergieinfos > Hausstaubmilben
| Hausstaubmilbenallergien
|
![]() |
| Hausstaubmilben
Es handelt sich um winzige, für das bloße Auge kaum sichtbare Spinnentierchen mit 8 Beinen. Ihre Körpergröße beträgt nur 0,2 bis 0,4 mm. Sie gehören zu den "normalen Mitbewohnern" in allen Haushalten unserer Breiten und sind an sich harmlos, da sie nicht stechen oder beißen und auch keine Krankheiten übertragen. Sie hören auf so wohlklingende Namen wie Dermatophagoides pteronyssinus (europäische Milbe) oder Dermatophagoides farinae (amerikanische Milbe). Der Name enthält bereits einen Hinweis auf die Lieblingsnahrung dieser Milben: griechisch derma = Haut und phagein = essen.
Leider reagieren manche Menschen aber allergisch auf diese Tierchen. Dann können folgende Beschwerden auftreten:
Charakteristisch für Hausstaubmilbenallergien ist, dass die Beschwerden typischerweise das ganze Jahr über auftreten und nicht, wie bei den Pollenallergien, auf eine bestimmte Jahreszeit begrenzt sind. Allerdings können sich die Beschwerden bei Milbenallergikern auch in Abhängigkeit von der Jahreszeit verstärken, meistens zu Beginn der Heizperiode.
Um herauszufinden, ob Ihre Beschwerden durch Hausstaubmilben oder andere Innenraumallergene hervorgerufen werden, sollten Sie frühzeitig einen erfahrenen Allergologen aufsuchen. Dieser wird Sie intensiv nach Ihrer Krankengeschichte befragen, ob in Ihrer Familie vermehrt Allergien bestehen, wann und wo die Beschwerden auftreten. Haben Sie z.B. morgens vor dem Aufstehen einen Fließschnupfen oder Atemnot? Treten diese Beschwerden vermehrt im Herbst auf? Dann könnten Milben die Ursache sein. Neben den Hausstaubmilben können aber auch andere Allergene, vor allem von Tieren und Schimmelpilzen, Auslöser von ganzjährigen Innenraumallergien sein. Ihr Arzt kann verschiedene Tests durchführen um das oder die auslösenden Allergene herauszufinden. Er wird dazu in aller Regel Allergenlösungen auf den Unterarm oder auf die Rückenhaut aufbringen (Hauttest) und feststellen, welches Allergen zu einer Anschwellung (Quaddel) oder einer Rötung der Haut führt. Reichen diese Untersuchungen nicht aus, kann auch ein Provokationstest durchgeführt werden. Beim Provokationstest wird das Allergen dahin gebracht, wo sich die Krankheit äußert, also z.B. in die Nase. Wenn dadurch eine allergische Reaktion ausgelöst werden kann, können Sie sicher sein, dass Ihr Arzt das richtige Allergen gefunden hat. In manchen Fällen kann auch ein Labortest Klarheit verschaffen, mit dem Antikörper gegen die Milbenallergene im Blut nachgewiesen werden.
Behandlungsmöglichkeiten von Milbenallergien Die Behandlung von Milbenallergikern stützt sich auf folgende 3 Säulen:
Diese Maßnahmen können jede für sich, besonders gut aber im Zusammenwirken, die allergischen Beschwerden wirkungsvoll lindern. Lassen Sie sich, auch vor der Einnahme von frei verkäuflichen antiallergischen Medikamenten, von Ihrem Arzt beraten. Symptomatische Antiallergika haben den Vorteil, dass sie die allergischen Beschwerden meist schnell und in der Regel effektiv lindern können. Die Überempfindlichkeit des Immunsystems als Ursache der Allergie bleibt dadurch aber unbeeinflusst. Daher ist es wahrscheinlich, dass die Beschwerden mit dem Absetzen der Medikamente erneut auftreten. Vielleicht wird Ihr Arzt Ihnen auch eine spezifische
Immuntherapie verschreiben. Mit dieser Behandlung kann Einfluss auf
die Überempfindlichkeit des Immunsystems als Ursache der Allergie
genommen werden. Sie ist damit derzeit die einzige kausale (d.h.
ursachenbekämpfende) Therapie bei Hausstaubmilbenallergien. Nach erfolgreicher Immuntherapie kann die Einnahme symptomatischer Medikamente eingeschränkt werden, im Idealfall können Sie dann sogar ganz abgesetzt werden. Außerdem kann die spezifische Immuntherapie in vielen Fällen der Ausbildung weiterer Allergien gegen andere Allergene vorbeugen und verhindern, dass sich die Beschwerden von der Nase (allergischer Schnupfen) auf die Lunge (allergisches Asthma) verlagern.
Eine zentrale Rolle bei der Behandlung der Hausstaubmilbenallergie spielt neben der spezifischen Immuntherapie und der symptomatischen Behandlung die Meidung der auslösenden Milbenallergene (Allergenkarenz). Durch geeignete Maßnahmen im häuslichen Umfeld lässt sich oft die Milbenallergenmenge in der Wohnung deutlich reduzieren und schon dadurch ein spürbarer Effekt auf die allergischen Beschwerden erreichen. Um Hausstaubmilben effektiv bekämpfen zu können, ist die Kenntnis einiger Fakten zur Biologie dieser Tierchen von Vorteil: Optimale Lebensbedingungen finden Milben bei 25 - 30 ºC und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 65 - 80 %. Im Sommer vermehren sie sich daher am schnellsten. Ihre Lebensdauer liegt bei ca. 60 bis 120 Tagen. Sie ernähren sich bevorzugt von menschlichen und tierischen Hautschuppen aber auch von anderen Bestandteilen des Hausstaubes, z.B. Schimmelpilzen. Mit ihren Saugfüßen können sie sich wirkungsvoll an Teppichen und anderen Untergründen festhalten und sich dadurch der Entfernung, z.B. durch Staubsaugen, widersetzen. Es sind aber nicht nur die lebenden Milben, die allergische Symptome auslösen können. Mit Beginn der Heizperiode sterben mehr Milben aufgrund der niedrigen Luftfeuchtigkeit ab. Allergenhaltige Partikel abgestorbener Milben und Milbenkot zerfallen dann zu feinem Staub und können so noch leichter aufgewirbelt und eingeatmet werden. Das alleinige Abtöten der Milben mit sogenannten akariziden Chemikalien oder Dampfstrahlreinigern kann also nur dann zu einer (vorübergehenden) Senkung der Milbenbelastung in der Wohnung führen, wenn die Allergenpartikel der abgetöteten Milben anschließend durch geeignete Reinigungsmaßnahmen entfernt werden. Die besten Lebensbedingungen finden Hausstaubmilben in unseren Betten. Dort ist es schön warm, nächtliches Schwitzen sorgt für milbenfreundliche Luftfeuchtigkeit und die Milben finden hier ihre Lieblingsnahrung, die Hautschuppen, in großen Mengen vor. Sanierungsmaßnahmen sollten daher beim Bett beginnen und dann auf das übrige Schlafzimmer und auf die weiteren Räume der Wohnung ausgedehnt werden. Gegegenenfalls kann die
Milbenallergenbelastung von textilen Oberflächen (z.B. Matratzen,
Teppichen, Polstern, Gardinen, Kuscheltieren) mit einem einfach
durchzuführenden Wischtest gemessen werden. Das Testergebnis kann als
Grundlage für weitere Sanierungsmassnahmen dienen. Bett:
Schlafzimmer und übrige Räume:
Weitere Tipps:
Wir wünschen Ihnen gute Besserung!
Extene Links zum Thema:
|