Home > Allergieinfos > Allergien von Typ I bis Typ IV

Allergien von Typ I bis Typ IV

  Klassifizierung
  Typ I
  Typ IV

 

Die Klassifizierung krankhafter Immunreaktionen

Bereits in den 60er Jahren haben Coombs und Gell die bis dahin bekannten krankhaften Immunreaktionen nach ihrer Krankheitsentstehung (Pathogenese) in 4 verschiedene Typen eingeteilt:

  Pathogenese Dauer bis zum Auftreten der Symptome Krankheitsbilder
(Beispiele)
Antikörper Allergene
Typ I

die allergische Sofortreaktion

IgE-Bildung und IgE-vermittelte Mediatorfrei- setzung (u.a. Histamin) < 30 Minuten Heuschnupfen, Bindehautentzündung,  Nesselsucht (Urtikaria), Gastroenteritis, allergisches Asthma, Anaphylaxie (Schock) IgE-vermittelt z.B. Pollen, Milben, Tierhaare, Schimmelpilze, Nahrungsmittel, Insektengifte, Arzneimittel
Typ II zellzerstörende (zytotoxische) Antikörper in Minuten z.B. Transfusions- und Transplantations- reaktionen, Autoimmunreaktionen Zytotoxische Antikörper der Klassen IgG, IgM -
Typ III Zirkulierende Immunkomplexe 3-8 Stunden Exogen Allergische Alveolitis, z.B. Farmerlunge, Vogelhalterlunge hauptsächlich durch IgG vermittelt z.B. Schimmelpilze, Bakterien (thermophile Aktinomyzeten)
Typ IV 

die verzögerte Reaktion
durch sensibilisierte Lymphozyten 24-48 Stunden z.B. Kontaktekzem, Arzneimittel-Exanthem keine (zellvermittelt) Kontaktallergene (z.B. Nickel), häufig Berufsallergene, Arzneimittel

Wenn wir heute von "Allergien" sprechen, dann meinen wir damit meistens die Immunreaktionen vom Typ I und Typ IV. Beide Typen unterscheiden sich hinsichtlich der Krankheitsentstehung, der Schnelligkeit der auftretenden Beschwerden, der Krankheitsbilder und der auslösenden Allergene. Auch die Diagnostik und die Therapie beider Typen ist unterschiedlich.

Bevor es zu einer allergischen Reaktion kommt, hatte der Körper und das Immunsystem mit den Allergenen meist mehrfach Kontakt, der Jahre zurückliegen kann.

zurück zum Seitenanfang

 

Typ I-Allergie

Hierbei handelt es sich um die "klassische" allergische Sofortrektion, deren Symptome im Allgemeinen innerhalb von 30 Minuten auftreten. 

Als Krankheitsbilder sind unter anderem zu nennen: Heuschnupfen (Rhinitis), Bindehautentzündung (Konjunktivitis),  Nesselsucht (Urtikaria), Magen-Darm-Beschwerden (Gastroenteritis), allergisches Asthma und als gefährlichste Erscheinungsform die Anaphylaxie (der anaphylaktische Schock).

Typisches Merkmal einer Typ I-Allergie ist die Beteiligung von Antikörpern der Klasse Immunglobulin E (IgE) am Krankheitsgeschehen. IgE ist aber nicht direkter Auslöser der allergischen Symptome, sondern es vermittelt die Ausschüttung der sogenannten allergischen Mediatoren aus bestimmten Zellen des Immunsystems, deren bekanntester das Histamin ist. Die Mediatoren lösen dann die allergischen Symptome aus.

Die auslösenden Allergene der Typ I-Reaktion gehören bis auf wenige Ausnahmen zur Gruppe der Eiweißstoffe (Proteine) und stammen meist aus unserer natürlichen Umwelt: z.B. Pollen von windbestäubten Pflanzen, Milben, Tierhaare, Schimmelpilze, Nahrungsmittel, Insektengifte. 

zurück zum Seitenanfang

 

Typ IV-Allergie

Das allergische Kontaktekzem ist die häufigste Ausprägung einer Typ IV-Allergie. Im Unterschied zur allergischen Sofortreaktion treten die ersten Symptome im Allgemeinen erst innerhalb von 2 bis 3 Tagen nach Allergenkontakt auf.

Ein weiterer Unterschied zur Typ I-Allergie besteht darin, dass hier keine IgE-Antikörper vom Immunsystem gebildet werden. Die Sensibilisierung des Immunsystems erfolgt nach einem anderen Schema, nämlich über sensibilisierte Zellen des Immunsystems (Lymphozyten), die dann bei einem Allergenkontakt auch ohne Antikörperbeteiligung eine Entzündungsreaktion hervorrufen können, die sich in Form eines Hautekzems bemerkbar macht.

Allergene der Typ IV-Reaktion gehören nur in Ausnahmefällen zu den Proteinen. Es handelt sich um anorganische oder organische Moleküle und Verbindungen sowie Metalle, die häufig in unserem (zivilisierten) beruflichen oder privaten Umfeld eine Rolle spielen.

Dazu gehören viele natürlich vorkommende Stoffe oder synthetische Verbindungen, die u.a. in folgenden Bereichen vorkommen können oder in den entsprechenden Industriezweigen bei der Herstellung oder Verarbeitung eine Rolle spielen: Salbengrundlagen, Konservierungsmittel, Arzneimittel, Duftstoffe, Farbstoffe, Desinfektionsmittel, Gummichemikalien, Kunstharze, Kleber, pflanzliche Inhaltsstoffe, Friseurstoffe, Metalle.

zurück zum Seitenanfang

 

 


Seite ausdrucken© HAL ALLERGIE GmbH