Saisonale Allergien sind Allergie gegen Pollen
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Was sind saisonale Allergien?
Papiertaschentücher, Kopfschmerzen und Atemnot sind
für immer mehr Bundesbürger der Einstieg in den Frühling. Die
Ursache sind staubförmige Teilchen, die von Pflanzen und Pilzen in
der freien Natur an die Luft abgegeben werden und sich darin
schwebend verteilen. Sie führen zu krankmachenden
Überempfindlichkeitsreaktionen, indem sie von uns eingeatmet werden
oder auf die Augenbindehaut gelangen. Dies trifft z.B. für Pollen
oder Blütenstaub vieler Pflanzen und einige Sporen von
Schimmelpilzen zu.
Ihr Auftreten ist allerdings jahreszeitlich begrenzt. Große Mengen von Hasel- oder Erlenpollen finden sich z.B. von Februar bis März in der Luft. Diese Zeitspanne bezeichnet man als Pollenflugsaison. Allergene, die nur zeitlich befristet allergische Beschwerden auslösen, nennt man deshalb saisonale Allergene, die dadurch ausgelösten Krankheiten saisonale Allergien.
Was weiß man eigentlich über saisonale Allergien?
Beginnen wir mit den Pollen. Wie die Samen bei Mensch und Tier sind sie die Befruchtungszellen der Pflanzen. Irgendwie müssen sie zu den weiblichen Blüten gelangen. Bei vielen Pflanzen sind dabei Insekten wie Bienen und Schmetterlinge behilflich.
Pollen von insektenbestäubten Pflanzen sind ziemlich schwer und außerdem klebrig. Sie sind für eine Verbreitung durch den Wind nicht geeignet. Da sie sehr gut an den Beinen von Bienen und Schmetterlingen haften, übertragen diese Insekten Blütenstaub, indem sie von Blüte zu Blüte fliegen. Alles, was üppige Blüten treibt, wie z.B. Tulpen, Vergißmeinnicht, Flieder und Jasmin, gibt deshalb - außer bei Gärtnern - selten Anlaß zu Allergien. Wer seine Nase da nicht hineinsteckt, dem bleiben unerfreuliche Beschwerden erspart!
Ganz anders ist dies bei den windbestäubten Pflanzen wie Bäume, Kräuter und Gräser. Weil ihre Pollen sehr leicht und trocken sind, fliegen sie ausgezeichnet im Wind. Da die Verbreitung durch den Wind weniger gezielt und deshalb nicht so sicher ist, erzeugen die windbestäubten Pflanzen riesige Pollenmengen. Eine einzige Roggenähre setzt über vier Millionen Pollenkörner frei, ein Birkenkätzchen fast 6 Millionen!
Die größte Belastung für Allergiker geht also von den 'fliegenden' Allergenen aus. Das beginnt im Frühjahr mit Hasel und Erle. Im April und Mai sind es vor allem Birke, Eiche und Buche, die die Atemluft mit Pollen füllen. Pollen von Roggen und anderen Getreiden sowie der meisten Süßgräser auf Wiesen und Weiden beginnen um Juni zu fliegen. Im Juli und August werden die Pollen von Kräutern wie Beifuß und Wegerich vom Winde verweht. Etwa zur gleichen Zeit finden sich auch die Sporen der Schimmelpilze Alternaria und Cladosporium in der Luft. Diese Schimmelpilze leben auf und ernähren sich von anderen Pflanzen oder bauen das nach der Ernte auf den Feldern und in den Gärten zurückbleibende Pflanzenmaterial ab. Sie benötigen eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit, um ihre Sporen zu bilden. Richtig aktiv werden sie daher an kühlen und feuchten Spätsommerabenden.
Was ist zu tun, wenn Verdacht auf eine Pollenallergie besteht?
Gottlob reagieren Pollenallergiker nicht auf jede Pollenart mit Beschwerden. Um herauszufinden, welche Pollenart die Beschwerden auslöst, werden Sie als Betroffener einen erfahrenen Allergologen aufsuchen. Dieser Arzt wird Sie eingehend untersuchen und einen vorbereiteten Fragebogen zur Krankheitsvorgeschichte ausfüllen lassen. Danach müssen einige Tests durchgeführt werden, um die krankmachenden Allergene nachzuweisen.
Der Arzt führt eine umfangreiche Diagnostik durch Beim Hauttest wird eine geringe Menge des in Frage kommenden Allergens auf die Hautoberfläche des Patienten gerieben (Reibtest) oder durch kleine Stiche mit einer speziellen Nadel in die Haut gebracht (Pricktest). Wenn gegen das verwendete Allergen eine Allergie besteht, erscheint nach kurzer Zeit an der Teststelle eine Blase (Quaddel), die von einer Rötung umgeben ist. Sie ist meist mit Juckreiz verbunden.
Beim Provokationstest wird eine kleine Menge des verdächtigen Allergens unmittelbar an die Stelle gebracht, wo sich die Krankheit zeigt. Bei Patienten mit einem Fließschnupfen z.B. wird es auf die Nasenschleimhaut geträufelt oder gesprüht. Wenn danach die erwartete Reaktion eintritt, kann der Arzt sicher sein, daß er das krankmachenden Allergen gefunden hat.
Manchmal können die beiden obengenannten Tests nicht durchgeführt werden, oder ihre Ergebnisse sind widersprüchlich. In solchen Fällen wird zusätzlich ein Labortest durchgeführt. Dazu wird dem Patienten Blut abgenommen. Im Labor wird untersucht, ob das Blut Antikörper enthält, die das Immunsystem gegen die krankmachenden Allergene gebildet hat.
Die spezifische Immuntherapie kann Ihre Beschwerden erheblich lindern!
Anhand dieser Tests und Ihrer Krankheitsvorgeschichte bespricht Ihr Arzt mit Ihnen, ob eine spezifische Immuntherapie (früher=Hyposensibilisierung) eingeleitet wird. Dies bedeutet, daß Ihr Arzt Ihnen in regelmäßigen Abständen eine Allergenlösung injiziert, so daß Sie gegen die Stoffe, die bei Ihnen die Allergie auslösen, unempfindlich werden. Für Kinder oder sehr empfindliche Patienten gibt es eine Tropfenlösung zum Einnehmen. Diese Therapie kann Ihre Beschwerden vollständig beseitigen oder zumindest erheblich lindern!
Was können Sie als Pollenallergiker tun, um die Therapie zu unterstützen?
- In den Morgen- und Mittagsstunden befinden sich die meisten Pollen und Sporen in der Luft. Zu diesem Zeitpunkt sollten Sie daher die Fenster geschlossen halten; verzichten Sie besser auf Spaziergänge. Dasselbe gilt für Tage, an denen es sehr windig ist.
- Häufiges feuchtes Säubern aller Möbel und des Fußbodens kann dazu beitragen, die Pollenkonzentration in der Wohnung möglichst gering zu halten. Dabei ist es empfehlenswert, eine Atemmaske zu tragen.
- Autofahrer sollten in der Zeit erhöhten Pollen- und Sporenfluges (siehe: Pollenflugkalender) die Lüftung abstellen und die Fahrzeugfenster geschlossen halten. Wenn möglich, sollten Pollenallergiker ihr Auto mit einem speziellen Pollenfilter ausstatten lassen, den viele Hersteller anbieten.
- Während des Regens und unmittelbar danach ist die Luft relativ frei von Pollen. Dies ist die ideale Zeit für Spaziergänge.
- Gartenarbeit, insbesondere das Rasenmähen, sowie alle anstrengenden Tätigkeiten im Freien (Sport) sollten Sie während der Pollenflugsaison oder des Sporenfluges vermeiden.
- Vorsicht ist beim Genuß von Honig und Kräutertees angesagt. Sie können Pollenrückstände enthalten, die beim Verzehr allergische Reaktionen auslösen.
- Bei der Urlaubsplanung sollten Sie nach Möglichkeit versuchen,
Gebiete mit geringem Pollen- oder Sporenflug auszuwählen (Meer,
Gebirge über 2000 m). Allergiker mit einer Eschenpollen-Allergie
sollten Mittelmeerländer meiden. Hier fliegen nämlich häufig
Olivenpollen, die ähnliche Allergene enthalten wie
Eschenpollen.
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© HAL Allergie GmbH

