Hautteste bei Typ I-Allergien

 

Pricktest

prick.jpgDer Pricktest ist der am häufigsten angewendete allergologische Hauttest bei IgE-vermittelten Allergien (Typ I). Er wird in der Regel an den Innenseiten der Unterarme durchgeführt.
 
Beim Pricktest werden Allergenextrakte auf diese Hautregion aufgetropft, anschließend wird mit der sehr kurzen und feinen Spitze einer Pricklanzette durch den Tropfen hindurch in die oberste Hautschicht gestochen. Der Test ist nicht schmerzhaft oder gefährlich.

Wenn der Patient gegen das getestete Allergen sensibilisiert ist (d.h. IgE-Antikörper in der Haut hat), bildet sich innerhalb von ca. 15 Minuten an der Teststelle eine Quaddel aus. Das ist eine juckende Anschwellung der prickqua.jpgHaut (wie bei einem Mückenstich), welche zumeist von einer Rötung (Erythem) umgeben ist.
 
Zur Kontrolle testet man auch eine Negativkontrolle (ohne Allergen) und eine Positivkontrolle (mit Histamin). Im Bereich der Negativkontrolle darf es nicht zur Ausbildung einer Quaddel kommen, bei der Positivkontrolle muß immer eine Quaddel auftreten, damit der Test auswertbar ist.
Im Bereich der Quaddeln kann es zu einem Juckreiz kommen, der meist nach wenigen Minuten schon wieder abnimmt.

 

 

Intrakutantest

ICquaddel.jpgIm Gegensatz zum Pricktest werden die Allergene beim Intrakutantest mit einer Spritze in die Oberhaut gespritzt.
 
Dies geschieht meistens am Rücken des Patienten. Auch hier kommt es im Falle einer Sensibilisierung des Patienten nach 15 Minuten zu einer Quaddelbildung im Bereich der Injektionsstelle.
Der Vorteil des Intrakutantests liegt neben seiner höheren Empfindlichkeit (Sensitivität) im Vergleich zum Pricktest darin, dass gelegentlich auch sogenannte allergische Spätreaktionen, die erst nach 6 bis 8 Stunden auftreten, festgestellt werden können.
 
Er wird meist durchgeführt vor der Einleitung einer spezifischen Immuntherapie (Hyposensibilisierung) als Teil der diagnostischen Grundlage und zur Ermittlung des Sensibilisierungsgrades des Patienten.

 

 

Reibtest

Der Reibtest ist der einfachste aber auch unempfindlichste allergologische Hauttest. Bei ihm werden die Allergene auf ein begrenztes Hautareal - meist an der Innenseite des Unterarmes - aufgerieben. Die Allergene werden über die Haarfollikel aufgenommen. Im positiven Fall kommt es innerhalb von 15 Minuten zu einer Ausbildung von Quaddeln im Testbereich.

Der Reibtest kommt besonders dann zur Anwendung, wenn die zu testenden Allergene nicht von Firmen als fertige Testallergene angeboten werden. Dabei kann es sich zum Beispiel um ein Büschel Haare eines Haustieres handeln.

Als Negativkontrolle wird meist ein mit Kochsalzlösung getränkter Mulltupfer verwendet.

 

 

Ritztest (Scratchtest)

Bei diesem Test handelt es sich um eine Variante des Pricktests. Auch hier wird meist die Innenseite des Unterarms als Testort bevorzugt.

Zunächst wird mit einer Pricklanzette die Haut oberflächlich ganz leicht angeritzt. Anschließend werden die Allergene auf diese Ritzstelle aufgetropft oder aufgelegt. Als Allergene bieten sich auch hier native (natürliche) Allergene an, für die es keine käuflichen Extrakte gibt. Dabei kann es sich zum Beispiel um Extrakte aus Tierhaaren, Nahrungsmittel, Arzneimittel usw. handeln. Auch hierbei wird eine Negativkontrolle, z.B. in Form einer Kochsalzlösung, und eine Positivkontrolle (Histamin) mitgetestet.

Im positiven Fall kommt es zur Ausbildung einer länglichen Quaddel um die Ritzstelle herum.

 

 

Was sagt ein positives Hauttestergebnis  aus?

Für alle hier beschriebenen Teste gilt, dass ein positives Testergebnis (Quaddelbildung) für eine Sensibilisierung des Patienten gegen das getestete Allergen spricht. Das bedeutet, dass das Immunsystem des Patienten mit der getesteten Substanz in Berührung gekommen ist und darauf mit der Bildung von IgE-Antikörpern reagiert hat. Eine Sensibilisierung muss nicht zwangsläufig mit allergischen Symptomen einhergehen.

"Sensibilisierung" ist also noch nicht gleichbedeutend mit "Allergie". Erst wenn der Allergologe einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Anamnese (Krankengeschichte) und einer Sensibilisierung herstellen kann, wird eine Allergie daraus.

 

 

© HAL Allergie GmbH

 

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