Laborteste bei Typ I-Allergien
Gesamt-IgE
Hierbei wird im Labor mit unterschiedlichen immunologischen Methoden die Gesamtkonzentration von Immunglobulin E (IgE-Antikörpern) im Blut gemessen. Die Ergebnisse werden in IU/ml ( = internationale Units) oder KU/l angegeben. Bei Allergikern ist das Gesamt IgE im Vergleich zu Nichtallergikern häufig erhöht.
Da es aber eine Überschneidung bei der Verteilung der IgE-Werte von Allergikern und Nichtallergikern gibt, ist eine klare Trennlinie zwischen beiden Gruppen nur schwer zu ziehen.
Als Anhaltspunkt gilt:
- Bei Werten von weniger als 20 IU/ml (bzw. KU/l) ist eine Allergie eher unwahrscheinlich.
- Bei Werten von mehr als 100 IU/ml (bzw. KU/l) ist eine Allergie wahrscheinlich.
- Bei Werten zwischen 20 und 100 IU/ml (bzw. KU/l) kann eine klare Entscheidung anhand des Gesamt-IgE-Wertes nicht getroffen werden,
Aufgrund dieser Einschränkungen ergibt sich eine eher orientierende Bedeutung dieses Testes. Werte von über 100 IU/ml können aber, z.B. bei unklarer Krankengeschichte (Anamnese), einen ersten Hinweis darauf geben, dass die Beschwerden des Patienten möglicherweise auf eine Allergie zurückzuführen sind.
Allergenspezifisches IgE
Im Gegensatz zum Gesamt-IgE wird beim allergenspezifischen IgE nur der Anteil von IgE-Antikörpern im Blut gemessen, der sich gegen ein bestimmtes Allergen richtet.
Die Messung wird mit immunologischen Testmethoden durchgeführt, z.B.
- RAST = Radio-Allergo-Sorbent-Testen
- EAST = Enzym-Allergo-Sorbent-Testen
- FEIA = Fluorescence-Enzyme-Immuno-Assay
Die Ergebnisse werden in herstellereigenen Einheiten, z.B. KU/l oder AU/ml angegeben. Bei allen Testsystemen werden diese Einheiten dann in sogenannte Klassen eingeteilt, z.B. Klasse 0 bis 5 (oder 6).
Die Aussagekraft des allergenspezifischen IgE ist vergleichsweise höher als die des Gesamt-IgE.
Wie bei den Hauttesten gilt aber auch hier: Ein positives Testergebnis (Nachweis von allergenspezifischem IgE im Blut) spricht für eine Sensibilisierung des Patienten gegen das getestete Allergen. Das bedeutet, dass das Immunsystem des Patienten mit der getesteten Substanz in Berührung gekommen ist und darauf mit der Bildung von IgE reagiert hat. Eine Sensibilisierung muss nicht zwangsläufig mit allergischen Symptomen einhergehen.
"Sensibilisierung" ist also noch nicht gleichbedeutend mit "Allergie". Erst wenn der Allergologe einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Anamnese und der Sensibilisierung herstellen kann, wird eine Allergie daraus.
Weitere Laborteste
In Einzelfällen kommen weitere allergologische Laborteste zum Einsatz, auf die hier nicht näher eingegangen werden soll, zum Beispiel:
- Allergenspezifisches Immunglobulin G (IgG)
- Präzipitierende Antikörper
- Zellulärer Antigen Stimulationstest (CAST)
- Humaner Basophilen Degranulationstest (HBDT)
- Lymphozytentransformationstest (LTT)
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