Provokationsteste
Im Gegensatz zu den Hauttesten werden die Allergene bei der Provokation an dem Organ verabreicht, wo sie beim Patienten die allergischen Beschwerden auslösen. Alle Provokationsteste werden nur durchgeführt, wenn der Patient gerade weitgehend frei von Beschwerden ist.
Da mit einem Provokationstest bei dem Patienten im positiven Fall "echte" allergische Symptome ausgelöst werden, ist die Aussagekraft der Provokationsteste höher als z.B. bei einem Hauttest oder Labortest.
Ein positiver Provokationstest wird in der Regel als beweisend für eine Allergie angesehen.
Nasaler Provokationstest (NPT)
Bei diesem Test werden die zu testenden Allergenextrakte auf die
Nasenschleimhaut gesprüht oder getropft.
Nach einer Wartezeit werden die bei einer entsprechenden
Sensibilisierung des Patienten auftretenden allergischen Symptome
notiert (Nasenlaufen, Anzahl der Niesattacken und auch Symptome an
anderen Organen wie Augentränen oder -rötung, Nesselausschlag der
Haut, Husten usw.).
Bei einer anderen häufig angewandten Art der Auswertung
(Rhinomanometrie) wird der Luftstrom beim Atmen durch die Nase in
Abhängigkeit vom Druck gemessen.
Schwillt die Nasenschleimhaut aufgrund einer allergischen Reaktion
nach der Allergengabe (Provokation) an, vermindert sich der
Volumenstrom von Luft durch die Nase.
Die nasale Provokationstestung mit rhinomanometrischer Auswertung erfolgt in mehreren Schritten:
- Bestimmung des nasalen Volumenstroms auf beiden Nasenseiten vor der Allergen-Provokation (als Ausgangswert).
- Einsprühen der Negativkontrolle (ohne Allergen) in das Nasenloch mit dem höherem Ausgangswert.
- Nach 10 Minuten rhinomanometrische Messung des Volumenstroms. Im Idealfall ist dieser gleich dem Ausgangswert.
- Nur falls die Negativkontrolle den Volumenstrom um nicht mehr
als 20% vermindert hat:
Einsprühen des zu testenden Allergens in dasselbe Nasenloch. - Nach 10 Minuten erneute rhinomanometrische Messung. ist die Messung negativ, wird nach weiteren 10 Minuten eine erneute Messung durchgeführt.
Mehr als 2 Allergene können an einem Tag nicht getestet werden. Bei sachgerechter Durchführung und keiner zu hochgradigen Sensibilisierung ist die nasale Provokation ungefährlich.
Bronchialer Provokationstest
Beim bronchialen Provokationstest werden die zu testenden Allergene vernebelt und vom Patienten eingeatmet. Zur Auswertung können verschiedene Lungenfunktionsparameter vor und nach der Allergengabe gemessen werden.
Dieser Allergietest wird meist nur beim Lungenfacharzt durchgeführt, da verschiedene technische Geräte zur Verfügung stehen müssen und im Falle eines Asthmaanfalls die Notfallbehandlung durchgeführt werden kann.
Konjunktivaler Provokationstest
Die Reaktion der Augenbindehaut (Konjuntiva) auf eine Allergengabe kann bei diesem Allergietest untersucht werden. Dazu werden die Allergenextrakte vom Arzt ins Auge geträufelt und eventuell auftretende allergische Symptome werden notiert.
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